Filmclub 813

Hahnenstraße 6, 50667 Köln – 0221/3106813

Filmclub 813, Köln – Informationen

Webseite vom Filmclub 813

Leinwände: 1

Informationen: Im Foyer ist neuerdings Rauchverbot.

Filmclub 813, Köln – Kritik

Filmclub 813 01

Wer das Kino liebt, der scheißt auf Zuwachsraten, dem geht es um die Sache selbst. In Zeiten großtönerner Rentabilitätsansprüche und der parlamentarisch gestifteten Versteppung der Filmkultur sucht der seiner Liebe Halt zu geben, und wenn das auch verlangt, selbst ein Kino zu gründen, um etwas zu wahren, das, mit Verlaub, erhaltenswert ist. Cineasten sind Besessene mit einem Hang zur Wirklichkeitsflucht.

Als im Sommer 1990 acht Filmbegeisterte um Bernhard Marsch und Hans-Dieter Delkus in Köln den Filmclub 813 ins Leben riefen, war das ein Akt der Liebe – man wollte Schätze heben, erlesene Perlen der Filmgeschichte abseits der ausgetretenen Blockbuster-Pfade wieder einem breiten Publikum zugänglich machen. Alles zeigen! – so lautet noch heute die Devise, egal ob Trash oder Avantgarde, ob Stummfilm oder Gegenwartskino. Rote Sonne (1970) von Rudolf Thome machte den Anfang, damals noch in der Filmpalette im Eigelstein-Viertel. Nach wechselnden Spielstätten ließ sich der Filmclub 813, der mittlerweile gut 70 ehrenamtlich tätige Mitglieder zählt, im Juli 2001 mit eigenem „Kino in der Brücke“ in der Hahnenstraße 6 nieder. Hier steht den Betreibern nach Wegzug des dort ansässigen British Council nun das gesamte Equipment zur Verfügung: ein 16-mm-Projektor, zwei 35-mm-Projektoren sowie leihweise digitale Vorführgeräte. Gezeigt werden zumeist Archivkopien im Überblendverfahren.

Alles hat noch diesen Charme des Alten, Angestaubten, das nicht mehr wiederkehrt – das geräumige Foyer mit kauzigem Kartenabreißer (er ist nicht mehr: Helmut W. Banz, der stadtbekannte Kritiker und langjährige Betreiber der Kölner Cinemathek), das Stummfilmpiano, der Saal in seiner grandiosen Schlichtheit. Wer darin einmal Platz genommen hat, genießt noch jenes mumifizierte, altbackene Filmerleben mit Projektorgeräusch und Schadstellen auf dem Filmstreifen, der taucht ein in beseelte Schwarzweißlandschaften oder in wildes Technicolor, taucht in den filmischen Raum und geht darin herum.

Seit jeher ist der Filmclub 813 auch ein Ort umfassender Filmbildung gewesen. Hier wird einem Medium in der ganzen Bandbreite seiner Erscheinungsformen gehuldigt – heute vielleicht in einer ausführlichen Werkschau zu Eric Rohmer, morgen schon in einer Filmreihe zum klassischen amerikanischen Western. Das wirkt nachgerade unserem „fehlenden kinematografischen Bewusstsein“ (Helmut W. Banz) entgegen – ein Kino gegen das Vergessen, gegen den Verfall. Wenn der Filmclub 813 die mittlerweile aufgelöste Cinemathek auch nicht ersetzen konnte, so gelang es ihm doch halbwegs, eine schmerzlich klaffende Wunde in der Kölner Filmlandschaft zu schließen.

Für Informationen zum aktuellen Programm und eine Antwort auf die Frage, was hinter dem Geheimnis der 813 steckt: http://www.filmclub813.de

Filmclub 813, Köln – Kinoprogramm

Film Mo, 21.04.Di, 22.04.Mi, 23.04.
Tourist Trap 20:00

7 Tage

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